Koordinierungszentrum Bürgerschaftliches Engagement im Landkreis Kronach, KRONACH Creativ e.V.

"Integration leben im Landkreis Kronach"

Im Landkreis Kronach wird das Thema Migration und Asyl seit dem Jahr 2015 über einen engagierten, großen Arbeitskreis organisiert. Im Laufe der Zeit kristallisierten sich inhaltliche sowie regionale Schwerpunkte heraus, die mit einer finanziellen Förderung einen aktivierenden und motivierenden Schub für die Umsetzung benötigten. Die zwei vielversprechendsten Ansätze wurden in die Beantragung für „Miteinander leben – Ehrenamt verbindet“ aufgenommen. Dies sind die Mitwitzer InterKultur-Werkstätten und Integration leben. Für "Integration leben" konnte mit Herrn Abu-Ta’a, der selbst vor über 30 Jahren als Migrant aus Palästinensa nach Deutschland kam, ab Juni 2017 eine äußerst interessante Besetzung für die Honorarstelle in Ludwigsstadt eingestellt werden. Zusammen mit vielen Engagierten vor Ort gelang gelingt es ihm, vielfältige Projekte und Maßnahmen zum Thema Integration auf den Weg zu bringen bzw. anzustoßen. Darunter zum Beispiel die Etablierung und Organisation des „Café International, die Intensivierung und Unterstützung der Kontaktarbeit zu den ausländischen Familien, Migrant/innen und ausländischen Zeitarbeitskräften und der Werbung für ein eigenes Engagement im Café über einen Deutschkurs (unabhängig vom Anerkennungsstatus), und vieles mehr. Nicht alles geht so schnell voran, wie es sich die Akteure wünschen. Aus den Gesprächen mit den Flüchtlingen ist deutlich geworden:

  • Im ersten Schritt benötigen Flüchtlinge Sicherheit auf allen existenziellen Ebenen: Finanzen, Leistungen Gesundheit, Wohnen, Sich zu Recht finden. Erst dann öffnen sie sich für Kontakte. D.h. Beratungsangebote und sehr konkrete Familienunterstützung stehen in der Priorität an höchster Stelle.
  • Als zweiter Schritt ist Sprachförderung von hoher Bedeutung. Ohne eine gemeinsame Sprache entstehen weder ein interkultureller Austausch noch Ansatzpunkte, sich in das Stadt- und Vereinsleben vor Ort zu integrieren und mitzutun.
  • An dritter Stelle stehen Bildung, Ausbildung und das Finden von Arbeit. Auf dem Weg in die Eigenständigkeit ist die eigene Existenzsicherung der wichtigste Schritt, um auch als Person und Familie im Stadt-Umfeld und Seiten der Einheimischen Wertschätzung und Achtung zu erhalten. Bisher ist der Anerkennungsstatus dafür ein wesentliches Kriterium.

Erst wenn in allen drei Feldern ein guter Weg für den/die Einzelne/n und die Familie begonnen hat, sind Flüchtlinge bereit, sich ins Engagement werben zu lassen. Der latente Wunsch nach einem kleinen Zuverdienst steht hier dem uneigennützigen Engagement entgegen.

In den Mitwitzer InterKultur-Werkstätten wurden je ein Töpferworkshop, fünf Kochkurse und die Teilnahme am Fränkischen Gartenfest in Mitwitz mit Ausstellung und Buffet der Kulturen im Projektjahr umgesetzt. Begonnen durch den Helferkreis Mitwitz wurden die Veranstaltungen zum Schluss vom Gesamt-AK Asyl in Kronach mitgetragen und unter Einbindung von durchschnittlich 10 Freiwilligen mit Migrationshintergrund gestaltet. Unter dem Motto „Kunst kennt keine Grenzen“ wurde im Malworkshop „Gib deiner Hoffnung Ausdruck mit den Farben deiner Seele“ (1-tägig) sowie im Töpferkurs „Mit Ton gestalten“ (2-tägig) nach einer kurzen Einführung in Material und Techniken mit Begeisterung Hand angelegt. Es entstanden viele ausdrucksstarke Gemälde und kreative Skulpturen, insbesondere Figuren und Gesichter. Während der gemeinsamen Arbeit kam es zu einem intensiven Erfahrungsaustausch und tiefgehenden Gesprächen über die Fluchterlebnisse der Einzelnen aber auch über die Erfahrungen der Betreuer.

Die Werke wurden vom 12.-14. Mai im Rahmen des Künstlermarktes beim fränkischen Gartenfest ausgestellt. Auf einer großen Weltkarte zeigten die Flüchtlinge ihre Fluchtwege aus ihren Heimatländern. Bei einem gemeinsam von Einheimischen und Migranten*innen zubereiteten „Buffet der Kulturen“ am Sonntag, 14. Mai fanden die Werkstätten ihren Höhepunkt. Köchinnen und Köche aus Eritrea, Iran, Äthiopien, Syrien und Afghanistan boten typische Gerichte an. Das Interesse der Messebesucher war überwältigend.

Als Gesamtresümee der InterKultur-Werkstätten lässt sich sagen, dass es gelungen ist über das gemeinsame Tun – vor allem über das Kochen – Menschen mit Migrationshintergrund dazu zu bringen, sich für die Allgemeinheit zu engagieren.

 

Lesen Sie hier Stimmen aus dem Projekt.


"Das „Miteinander der Kulturen“ im Landkreis Kronach beginnt sich zu stabilisieren, braucht aber weiterhin Unterstützung. Über die Weiterführung einer im Projektjahr 2017/18 eingerichteten Personalstelle als „Kümmerer“, um modellhaft in der Kommune Ludwigsstadt zu wirken und über die Fortführung bzw. den Ausbau der Kursangebote (Kochen) und Begegnungsangebote (z.B. Café International) sollen noch mehr Menschen mit Migrationshintergrund für das Thema „Ehrenamt und Engagement“ gewonnen werden." 

Projektleiterin Sabine Nuber, KRONACH Creativ


Anerkennung & Qualifizierung

  • Austauschtreffen
  • Begleitung der Projektleiter*innen
  • Öffentlichkeitsarbeit

Freunde, Netzwerke & Kooperationen

  • Mitwitzer InterKultur-Werkstätten
  • Helferkreis Asyl Mitwitz,

    Barbara Heinlein – allgemeine Organisation und Unterstützung

  • Dr. Rudolph, Arzt und Kunsttherapeut -Mal-Workshop
  • Helferkreis Mitwitz: Programmplanung und Umsetzung
  • KAB - allgemeine Unterstützung
  • Ingo Cesaro - Künstler und Hauptorganisator des Künstlermarktes beim Fränkischen Gartenfest 
  • Amt für Landwirtschaft Kronach - Räumlichkeiten Kochkurse
  • Lorenz-Kaim-Schule, Staatl. Berufsschule Kronach - Räumlichkeiten Kochkurse
  • AK Asyl Kronach – Ausweitung der Angebote auf ein weiteres Umfeld im Landkreis 
  • Aktive Bürgerschaft
  • Erster Bürgermeister der Stadt Ludwigsstadt, Timo Erhardt – Räumlichkeiten, Hauptverantwortlicher des zu entwickelnden Kompetenzzentrums „Migration und Integration“
  • Evangelischer Pfarrer, Albrecht Bischoff inkl. der Evangelischen Kirche
  • Flüchtlingsbeauftragte der Stadt Ludwigsstadt (Ehrenamtlich), Karin Weber – allgemeine Organisation und Unterstützung
  • Ehrenamtlicher des Diakonievereins Ludwigsstadt, Peter Kratkei - allgemeine Organisation und Unterstützung
  • Diakonisches Werk – Beratungsangebote
  • Runder Tisch Asyl – Strategische Weiterentwicklung
  • Café-Team – Organisation und Umsetzung des Café-Betriebs
  • Fitness-Center Ludwigsstadt – Kursangebote
  • Vereine 

Gemeinsame Aktionen und Events

  • Werbemittel: Um die Nachhaltigkeit der Aktivitäten und Bemühungen sichtbar zu machen wurden Taschen mit dem Logo von „Miteinander leben –Ehrenamt verbindet“ erstellt sowie ein Satz Sporttrikots angeschafft. Sie dienen auch über die Projektlaufzeit hinaus als wichtiger Multiplikator für die Projektidee und spiegeln die Gemeinsamkeit der Engagierten wieder
  • Buffet der Kulturen 
  • Kochkurse
  • Café International
  • Mit Ton gestalten - und Ausstellungen 


Impressionen


Kontakt

KOBE - Landkreis Kronach

KRONACH Creativ e.V.
Mangstraße 8
96317 Kronach

Tel.: 09261-670933-2
Fax: 09261-670933-4
KoBE-KC@kronachcreativ.de



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Montag bis Freitag 9-13 Uhr

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