zentrum aktiver bürger

„Engagement-Begleiter*innen für Freiwillige mit geringen Deutschkenntnissen“

Das Nürnberger Zentrum Aktiver Bürger – oder auch einfach ZAB - vermittelt in den Projekt-Arbeiten von Miteinander leben – Ehrenamt verbindet Freiwillige mit geringen Deutschkenntnissen an geeignete Engagement-Einsatzstellen in der Stadt Nürnberg. Um hier den Start zu erleichtern, werden diese Freiwilligen von freiwilligen Engagement-Begleitern*innen unterstützt: vom ersten Beratungsgespräch bis zu den ersten konkreten Einsätzen in der Einrichtung. Bei Bedarf organisiert das ZAB auch Sprachvermittler*innen für das Beratungsgespräch und für das Vorstellungs-Gespräch in der Einrichtung.  

 

Durch die Vermittlung in ein Engagement können Menschen aus anderen Kulturkreisen ihre Integration in Deutschland vertiefen – auf sprachlicher, kultureller und emotionaler Ebene. Geeignet sind Einsatzfelder, bei denen einerseits gute Deutsch-Kenntnisse nicht erforderlich sind, andererseits aber ausreichend Kommunikation (auf Deutsch) stattfindet. Um solche Stellen zu finden, wurde zu Beginn auch eine Umfrage an 194 Einrichtungen in Nürnberg gestartet. Von vielen Einrichtungen kamen positive Rückmeldungen: selbst wenn keine Kooperation stattfinden konnte, wurde die Idee für sehr gut befunden. Insgesamt wurden ca. 30 Zusagen für eine Zusammenarbeit im neuen Projekt, mit sehr unterschiedlich konkreter Ausführung, die dann im persönlichen Gespräch besprochen wurden, getätigt.

 

Im gesamten Projektjahr 2017-2018, was für das ZAB auch gleichzeitig das erste Projektjahr war, gab es regen Austausch mit den Einsatzstellen, an die Freiwillige mit geringen Deutschkenntnissen vermittelt wurden, um durch die gewonnenen Erfahrungen dazuzulernen. Eine immer wiederkehrende Aufgabe war es, neue geeignete Organisationen und Vereine zu akquirieren, um die Engagement-Vielfalt zu steigern und attraktiver zu machen. Im ersten Projektjahr wurden insgesamt 58 Menschen aus neun Ländern über Engagement-Möglichkeiten in Nürnberg beraten, 55 davon waren Geflüchtete. 38 Beratene wurden erfolgreich in ein Ehrenamt vermittelt, fünf Personen befanden sich noch im Vermittlungsprozess, neun Personen wurden an andere Angebote (z.B. zur Sprachförderung) vermittelt (Stand 28.02.18)

Im weiteren Projektjahr ist geplant, das Engagementbegleiter-Team zu stabilisieren und die Arbeitsstrukturen hier noch weiter zu verbessern. Weiterhin sollen feste Kooperationen mit Einrichtungen und Initiativen aufgebaut werden, die bereit sind, immer wieder neue Freiwillige mit geringen Deutschkenntnissen zu integrieren, sobald dort eine Einsatzstelle wieder frei geworden ist. Auf diese Weise kann die Ehrenamts-Vermittlung von Menschen mit geringen Deutschkenntnissen auch mit geringeren Ressourcen umgesetzt werden.

 


"Die Motivation für ein Ehrenamt war in den meisten Fällen, mehr Kontakt zu Deutschen zu erhalten und dadurch die eigenen Sprachkenntnisse im Deutschen zu erweitern. Manche Migranten*innen möchten auch der Gesellschaft etwas zurückgeben und freuen sich, aus der Rolle des Hilfsbedürftigen heraustreten zu können. Viele der „neuen Freiwilligen“ zeigten sich sehr begeistert bei ihren freiwilligen Einsätzen, und auch viele Einrichtungen machten positive Erfahrungen. Die Ehrenamts-Vermittlung für diese Zielgruppe ist ein wertvoller Beitrag zu einer gelingenden Integration auf Augenhöhe: Geflüchtete lernen über den Sprachgewinn hinaus praxisnah und greifbar viele Strukturen, Denkweisen und Gebräuche in Deutschland kennen, und auch die Mitarbeiter*innen in den Einrichtungen erhalten einen ganz persönlichen Einblick in andere Kulturen. Ungefähr die Hälfte aller geflüchteten Freiwilligen konnten wegen äußerer Veränderungen wie Umzug, Aufnahme einer Arbeitsstelle oder eines Kurses ihr Ehrenamt nur einige Wochen oder Monate ausführen; wir sind aber überzeugt, dass auch in dieser Zeit wertvolle Prozesse stattgefunden haben, die in der Zeit danach weiter wirken. Gerne hätten wir – z.B. durch weitere Vorträge in Gemeinschaftsunterkünften – noch mehr Menschen mit geringen Deutschkenntnissen erreicht, oder wären gezielt auf Migrant*innen zugegangen , die schon länger in Deutschland leben. Der zeitaufwändige Vermittlungsprozess inkl. Einsatzstellenakquise hat dies jedoch bei den vorhandenen Ressourcen nicht zugelassen."

 

 Anita Raffelt, Projektleiterin ZAB Nürnberg


Gisela Schulze aus dem ehrenamtlichen Fallmanager-Team:   

„An diesem Projekt gefällt mir besonders, dass es so unbürokratisch ist, dass ich mit vielen Menschen (Geflüchtete und in den Einsatzstellen) zusammenkomme, die ich sonst vielleicht nie getroffen hätte. Für die Geflüchteten finde ich das Projekt zusätzlich sehr hilfreich, um Arbeitsstrukturen und -abläufe hierzulande kennenzulernen und vor allem, um in realistischen Situationen ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Ich halte das Projekt für eine sehr gute Möglichkeit, Integration einzuüben, weil sie m. E. im Alltag von Mensch zu Mensch beginnen bzw. stattfinden muss.“            

 

Aws Ibrahim Abdullah, vermittelter Freiwilliger mit geringen Deutsch-Kenntnissen:

„Am Dienstag war ich sehr gut im Umsonstladen. Die Leute sind dort sehr nett und ich habe viele Kontakt mit der Leute gehabt. Ich bin verlieben.“

 

Michaela Hartmann, Leiterin der Kindertagesstätte MIO:

„Es ist erstaunlich, wie schnell die geflüchteten Freiwilligen ihre Deutschkenntnisse beim Ehrenamt verbessern – es kommt mir so vor, als ob sie jede Woche besser sprechen, selbst wenn sie nur einmal pro Woche da sind. Für die Geflüchteten und für unsere Kinder ist diese Zusammenarbeit absolut sinnvoll!“


Anerkennung & Qualifizierung

  • Fortbildungen für ehrenamtlicher Engagement-Begleiter
  • Anerkennungs- und Teambildungsmaßnahmen für ehrenamtlicher Engagement-Begleiter
  • Presseartikel

Freunde, Netzwerke & Kooperationen

  • Fachdienst für Flüchtlingsintegration, Marina Burkowski
  • ZAB-Projekt „Patenschaften für Familien mit Fluchthintergrund“
  • ZAB-Projekt „Kultur- und Sprachvermittler“
  • ZAB-Projekt „Große für Kleine – Engagement an Kindertagesstätten“
  • Freiwilligenzentrum Fürth, Ehrenamtsvermittlung für Flüchtlinge: Austausch und Treffen
  • Arbeitgemeinschaft „Flucht“ mit Vertretern aller ISKA-Projekte in diesem Bereich, 3 Treffen
  • Vernetzung über Dr. Uli Glaser, Ehrenamts-Beauftragter der Stadt Nürnberg
  • Arbeitskreis „Engagement VON Geflüchteten“ mit Vertretern verschiedener Einrichtungen
  • Asylsozialdienste verschiedener Gemeinschaftsunterkünfte in Nürnberg
  • Integrationszentrum „First Steps“
  • Noris Arbeit gGmbH, Projekt Erfolg und Lernwerkstatt
  • Ingeus GmbH, Unterstützung für Flüchtlinge bei der Integration in den ersten Arbeitsmarkt

Gemeinsame Aktionen und Events

  • Vernetzungstreffen
  • Projektpräsentation


Impressionen

Bei allen Fotos: Fotorechte ISKA gGmbH, Fotografin Tanja Elm, Einverständniserklärung aller Abgebildeten: liegt nach der ISKA-Vorlage vor


Kontakt

Zentrum Aktiver Bürger Nürnberg (ZAB),
Wolfgang Neumüller

Anita Raffelt

Gostenhofer Hauptstraße 63

90459 Nürnberg

Tel.: 0911-929717-21

Email: zab@iska-nuernberg.de und neumueller@iska-nuernberg.de

Träger: Institut für Soziale und Kulturelle Arbeit (ISKA) gGmbH

zab@iska-nuernberg.de
www.iska-nuernberg.de



Koordiniert durch:

 

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Konrad-Adenauer-Allee 43

86150 Augsburg

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag 9-13 Uhr

Tel.: 0821 20 71 48-0


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