zentrum aktiver bürger Nürnberg

„Engagement-Begleiter*innen für Freiwillige mit geringen Deutschkenntnissen“

2016 - 2017 - 2018 - 2019

Von der Beratung bis zum Einsatz ist eine gute Begleitung wichtig: Und diesen Ansatz führen die Nürnberger vom ZAB bereits seit 2017 schon erfolgreich durch: den Start für Interessierte mit geringen Deutsch-Kenntnissen in ein Engagement zu erleichtern, durch die Beratungsgespräche von ehrenamtlichen Begleitern*innen sowohl als auch die Begleitung zu den ersten konkreten Einsätze in der jeweiligen Einrichtung. 

 

Das Interesse von Menschen mit Migrationshintergrund an einer freiwilligen Tätigkeit in Nürnberg ist nach wie vor ungebrochen. Die Motivation für ein Ehrenamt ist in den meisten Fällen, mehr Kontakt zu Deutschen zu erhalten und dadurch die eigenen Sprachkenntnisse im Deutschen zu erweitern. Manche möchten auch der Gesellschaft etwas zurückgeben und freuen sich, aus der Rolle des Hilfsbedürftigen heraustreten zu können. Viele der „neuen Freiwilligen“ zeigten sich sehr begeistert bei ihren freiwilligen Einsätzen und auch die Einrichtungen machen viel, positive Erfahrungen. Durch die Vermittlung in ein Ehrenamt können Menschen aus anderen Kulturkreisen ihre Integration in Deutschland vertiefen – auf sprachlicher, kultureller und emotionaler Ebene. Bei Bedarf organisiert das ZAB auch ehrenamtliche Sprachvermittler*innen als Dolmetscher für das Beratungs- und Vorstellungs-Gespräch in der Einrichtung.

 

Die Ergebnisse waren beispielhaft: In den beiden Projektjahren wurden insgesamt

  • 121 Menschen aus 20 Ländern zum Thema Ehrenamt beraten,
  • 78 Personen wurden in ein Ehrenamt vermittelt und
  • 22 an weitere Angebote (z.B. Sprachförderung) oder an andere Freiwilligenzentren (nach Fürth und Roth) vermittelt

    Außerdem wurden 63 Menschen aus 19 Ländern zum Thema „Ehrenamt“ beraten und begleitet. Die meisten Personen kommen aus dem Iran, gefolgt von Syrien. Andere Interessenten*innen kommen aus: Arabien, Osteuropa, Zentral-Afrika, sowie Indien und den Philippinen. Es wurden in etwa gleich viele männliche und weibliche Interessenten*innen beraten.

Bei 16 Personen fand aus unterschiedlichen Gründen keine Vermittlung statt. Gründe waren z.B. Umzug oder nicht-Erreichbarkeit der Interessenten*innen, Arbeitsaufnahme oder andere Veränderungen der persönlichen Lebensumstände, aber in einigen Fällen leider auch die knappen zeitlichen personellen Ressourcen. So konnte nicht in allen Fällen genügend „nachgehakt“ werden und z.B. geklärt werden, warum ein Termin nicht geklappt hat, oder es fehlte schlicht die Zeit, eine geeignete Einsatzstelle zu finden.

 

Im Projektjahr 2018-2019 gab es einige bereits aktive zugewanderte Freiwillige, die den Ehrenamts-Bereich wechseln wollten (z.B. vom Seniorenheim zur Kindertagesstätte), oder noch ein zweites und sogar drittes Ehrenamt aufnehmen wollten.

Einige der aktiven Freiwilligen kamen mit ihren Bekannten und Freunden ins ZAB zur Beratung. Neu war auch eine vermehrte Anzahl von Beratungen per Telefon oder Email für englisch-sprechende Interessenten*innen. 

 

Im zweiten Projektjahr wurde darüber hinaus auch vermehrt die Kooperation mit den Multiplikatoren aufgegriffen und gepflegt. Fortlaufend meldeten sich Organisationen und Vereine, die Kontakt mit Zugewanderten haben und innerhalb des Projektes „Ehrenamtsbegleiter*in“ kooperieren wollten. Viele zeigen sich interessiert, ob es für die Zugewanderten einen Vortrag zum Thema Ehrenamt gebe. Leider war dies aus Zeitgründen nicht für alle Anfragen möglich, deshalb wurden einige dieser Kooperationspartner dann gecoacht, wie sie selbst diesen Vortrag halten können, und mit einem Vortrags-Leitfaden und sprechenden Fotos für die unterschiedlichen Ehrenamtsbereiche versorgt. 

 

Intensive Begleitung wichtig - auf beiden Seiten

Auch war es eine fortwährende Aufgabe, neue geeignete Einsatzstellen zu akquirieren, um den Interessenten*innen mit geringen Deutsch-Kenntnissen, Ehrenamts-Möglichkeiten anbieten zu können, die für sie zeitlich machbar und interessant sind. Grundsätzlich geeignet sind Einsatzfelder, bei denen einerseits gute Deutsch-Kenntnisse nicht erforderlich sind, andererseits aber ausreichend Kommunikation (auf Deutsch) stattfindet, um die Deutsch-Kenntnisse verbessern zu können.

 


"Das Projekt ist mittlerweile über verschiedenste Kanäle sehr bekannt geworden, so dass sich sehr viele Interessenten*innen mit geringen Deutsch-Kenntnissen von alleine bei uns melden oder über ihre Betreuer auf uns zukommen. Dieses ist Andrang ist mit den bisher geförderten Personalstunden kaum zu bewältigen. Aus diesem Grund haben wir beschlossen, für dieses Projekt in abgeänderter Form umfangreichere Fördermittel zu akquirieren."

 

 Anita Raffelt, Projektleiterin ZAB Nürnberg


Gisela Schulze aus dem ehrenamtlichen Fallmanager-Team:   

„An diesem Projekt gefällt mir besonders, dass es so unbürokratisch ist, dass ich mit vielen Menschen (Geflüchtete und in den Einsatzstellen) zusammenkomme, die ich sonst vielleicht nie getroffen hätte. Für die Geflüchteten finde ich das Projekt zusätzlich sehr hilfreich, um Arbeitsstrukturen und -abläufe hierzulande kennenzulernen und vor allem, um in realistischen Situationen ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Ich halte das Projekt für eine sehr gute Möglichkeit, Integration einzuüben, weil sie m. E. im Alltag von Mensch zu Mensch beginnen bzw. stattfinden muss.“            

 

Aws Ibrahim Abdullah, vermittelter Freiwilliger mit geringen Deutsch-Kenntnissen:

„Am Dienstag war ich sehr gut im Umsonstladen. Die Leute sind dort sehr nett und ich habe viele Kontakt mit der Leute gehabt. Ich bin verlieben.“

 

Michaela Hartmann, Leiterin der Kindertagesstätte MIO:

„Es ist erstaunlich, wie schnell die geflüchteten Freiwilligen ihre Deutschkenntnisse beim Ehrenamt verbessern – es kommt mir so vor, als ob sie jede Woche besser sprechen, selbst wenn sie nur einmal pro Woche da sind. Für die Geflüchteten und für unsere Kinder ist diese Zusammenarbeit absolut sinnvoll!“


Anerkennung & Qualifizierung

  • Sommerfest am 29.06.18
  • Betriebsausflug am 18.09.18
  • Neujahrsempfang am 22.01.19.
  • Für alle ehrenamtlichen ZAB-Mitarbeiter*innen fanden von März 2018 bis Februar 2019 insgesamt 21 Fortbildungen statt, z.B. „Gepflogenheiten im arabischen und islamischen Raum“ am 08.05.18.
  • Angebot der Fortbildungsreihe „Engagement stärken. Haltung zeigen." vom LBE Bayern für alle ZAB-Ehrenamtlichen 
  • Im ZAB fanden für die Ehrenamts-Begleiter*innen zwei Austausch- und Informationstreffen statt (im Mai und Oktober 2018); mit dem Ehrenamts-Begleiterteam besuchten wir im Oktober 2018 außerdem die ZAE Grundigtürme.
  • 5.12.18: Austausch- und Dankeschöntreffen für alle Ehrenamts-Interessent*innen mit geringen Deutsch-Kenntnissen, die von uns beraten wurden, mit Buffet und kleinem Geschenk (Tasse)

Freunde, Netzwerke & Kooperationen

  • Sprachschule HEAD LINER in Erlangen
  • Kirchl. Beschäftigungsinitiative Fürth e.V.
  • WG für Flüchtlingskinder e.V.
  • GU Zufuhrstraße
  • ZAE Nürnberg Grundigtürme
  • Neue Einrichtungen mit Einsatzstellen für Zugewanderte
  • Kulturladen Villa Leon, Stadt Nürnberg, Amt für Kultur und Freizeit
  • Evangelisches Stadtteilhaus Leo
  • DJK Nürnberg
  • AdraShop – ADRA gGmbH
  • Kirchengemeinde St. Johannis
  • Stadt Nürnberg Abfallwirtschaftsbetrieb (ASN)
  • Fachdienst für Flüchtlingsintegration, Marina Burkowski
  • ZAB-Projekt „Patenschaften für Familien mit Fluchthintergrund“
  • ZAB-Projekt „Kultur- und Sprachvermittler“
  • ZAB-Projekt „Große für Kleine – Engagement an Kindertagesstätten“
  • Freiwilligenzentrum Fürth, Ehrenamtsvermittlung für Flüchtlinge: Austausch und Treffen
  • Arbeitgemeinschaft „Flucht“ mit Vertretern aller ISKA-Projekte in diesem Bereich, 3 Treffen
  • Vernetzung über Dr. Uli Glaser, Ehrenamts-Beauftragter der Stadt Nürnberg
  • Arbeitskreis „Engagement VON Geflüchteten“ mit Vertretern verschiedener Einrichtungen
  • Asylsozialdienste verschiedener Gemeinschaftsunterkünfte in Nürnberg
  • Integrationszentrum „First Steps“
  • Noris Arbeit gGmbH, Projekt Erfolg und Lernwerkstatt
  • Ingeus GmbH, Unterstützung für Flüchtlinge bei der Integration in den ersten Arbeitsmarkt

Gemeinsame Aktionen und Events

  • 21.3.18: Ehrenamts-Vortrag bei Ingeus GmbH, Nürnberg
  • 21.4.18: Projektvorstellung beim Forum Willkommenskultur in der Meistersingerhalle Nürnberg
  • 5.11.18: Ehrenamts-Vortrag im Frauen-Deutschkurs des Kulturladens „Villa Leon“
Download
LeitfadenVortrag.pdf
Adobe Acrobat Dokument 230.3 KB


Impressionen

Bei allen Fotos: Fotorechte ISKA gGmbH, Fotografin Tanja Elm, Einverständniserklärung aller Abgebildeten: liegt nach der ISKA-Vorlage vor


Kontakt

Zentrum Aktiver Bürger Nürnberg (ZAB),

Wolfgang Neumüller

Gostenhofer Hauptstraße 63

90459 Nürnberg

Tel.: 0911-929717-21

Email: zab@iska-nuernberg.de und neumueller@iska-nuernberg.de

Träger: Institut für Soziale und Kulturelle Arbeit (ISKA) gGmbH

Geschäftsführer: Günter Krauß

zab@iska-nuernberg.de

www.iska-nuernberg.de



Koordiniert durch:

 

Ko

Kontakt

Konrad-Adenauer-Allee 43

86150 Augsburg

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag 9-13 Uhr

Tel.: 0821 20 71 48-0


Quicklinks

Gefördert durch: